Der Osterhase kommt

Endlich war es soweit: Ostern stand vor der Tür. Maria hatte bereits Ostereier gefärbt und draußen an den Sträuchern bunte Eier aus Plastik aufgehängt. Im Garten blühten die Osterglocken und Tulpen und auch die Weidekätzchen hatten ihre weichen, flauschigen Blüten ausgetrieben. Die Enkelkinder Katrin und Florian wollten heute Nachmittag mit Oma und Opa im Garten Ostereier suchen. Doch bis dahin war noch viel zu tun. Maria war in der Küche und backte Kuchen, während Anton nach den Pferden sah.
Mika und Kleo streiften draußen auf den Koppeln auf und ab. Überall duftete es nach Blumen. Es kitzelte die beiden Katzen in den Nasen. So entschlossen sie sich zu einem Waldspaziergang. Dort war die Luft klarer und frischer. Plötzlich hörten sie in der Ferne jemanden vor sich her schimpfen: „Jedes Jahr das Selbe: Immer werden mir die Eier erst in letzter Minute gebracht und nun sitze ich hier und muss sie auch noch anmalen. Dabei sollte ich sie längst schon ausliefern…“
Mika und Kleo schauten sich an. Wer war denn das? Langsam schlichen sich die beiden Katzen an. Sie spähten um den nächsten Baum und trauten ihren Augen nicht. Da saß doch tatsächlich auf einem Baumstamm mit einem Pinsel in der Hand der Osterhase und bemalte Eier.
Osterhase mika und kleo

„Hallo, bist du der Osterhase,“ fragte Mika, der als Erstes seine Fassung wieder gewann. Der Hase zuckte zusammen und fiel von seinem Baumstamm. Plumps. Doch oh je – er landetet mitten in seinem Körbchen mit den ganzen Eiern. Die knacksten und zerbrachen. Der Osterhase war über und über mit Dotter und Eiweiß beschmiert. Alle Eier waren kaputt.
„Mist. Dass darf doch jetzt nicht war sein,“ schimpfte er. „Was fällt euch ein, mich so zu erschrecken!“ rief der Hase wütend zu Mika und Kleo. „Entschuldigung,“ stammelten die beiden Katzen. „Das wollten wir wirklich nicht. Es war keine Absicht.“
„Was mach ich denn jetzt nur. Ich wollte gerade die Eier für Blumendorf fertig machen und dort verstecken. Und jetzt stehe ich mit leeren Händen da. Ostern kann doch nicht ausfallen,“ erklärte der Hase verzweifelt. „Es tut uns wirklich sehr leid,“ murmelte Kleo. „Wir helfen dir natürlich neue Eier zu finden und auch beim bemalen und verstecken.“ „Ja, selbstverständlich,“ ergänzte Mika. „Ich kenne ein paar Hühner, die uns vielleicht helfen.“
Der Hase schaute die beiden Katzen skeptisch an. „Na gut, ein Versuch ist es Wert,“ sagte er und reichte den beiden Katzen die Pfote. „Ich bin Otto, der Osterhase und ihr?“ „Mika und Kleo, die beiden Superhelden Katzen aus Blumendorf,“ antwortete Mika stolz und klopfte sich mit seiner Pfote auf die haarige Katzenbrust.
„Also kommt, machen wir uns auf dem Weg,“ rief Kleo und sprang voraus. Die drei Tiere marschierten los. Zuerst überquerten sie die Weiden und Koppeln. Geduckt strichen sie dann an den Häusern und Scheunen vorbei. Sie wollten ja nicht entdeckt werden.
Neben dem Pferdehof von Maria und Anton war gleich der kleine Hühnerstall von Bauer Schwibsch. Dort lebten einige Milchkühe, eine handvoll Ziegen und eben auch ettliche Hühner. Die drei neuen Freunde kletterten über den Zaun und hüpften und hoppelten auf die kleine Wiese mit dem Apflebaum, auf der der Hühnerstall stand.
Alle Hühner waren heute im Freien und pickten im Gras nach Würmer oder Körner. „Bärbel, Henriette, Berta, wir müssen mit euch reden,“ begrüßten Mika und Kleo die Hühner. Bärbel blickte als Erste auf. „Mika, Kleo, was macht ihr denn hier? Müsst ihr nicht Mäuse fangen,“ gackerte das Huhn. „Und wen habt ihr denn da mitgebracht?“ fiel ihr Henriette ins Wort. Die Hühner gackerten alle aufgeregt durcheinander.
„Darf ich vorstellen – Otto, der Osterhase,“ erklärte Kleo. „Wir brauchen eure Hilfe. Die Eier für Ostern sind kaputt gegangen und es war auch noch unsere Schuld.“
„Gagagck, hallo Otto. Wir haben schon von dir gehört. Du holst jedes Jahr die Eier bei unseren Schwestern im Nachbardorf, richtig?“ „Ja,“ antwortete der Osterhase. „aber dieses Jahr waren wir etwas spät dran. Und dann haben mich Kleo und Mika beim Eier anmalen im Wald erwischt und so erschreckt, dass ich in meinen Korb gefallen bin. Könnt ihr uns helfen? Es wäre doch schrecklich, wenn die Kinder in Blumendorf heute keine Eier bekommen würden,“ erklärte Otto.
Die Hehnen sahen sich an. Sie konnten ja schlecht den Osterhasen im Stich lassen. „Bitte, bitte,“ bettelte Kleo und umschmeichlte die Hühner. „Na gut,“ entschied Berta. „Aber anmalen müsste ihr sie selbst.“ Mika und Kleo freuten sich rießig und sprangen vor Freude hoch. Otto gab Berta sogar einen Kuss auf die Hühnerbacke. Die Hühner gingen in den Stall und holten ihre Eier heraus. Zum Glück war Bauer Schwibsch heute noch nicht da und hatte die Eier noch nicht geholt. Otto packte die Eier in seinen Korb und die Drei schlichen zurück zum Wald.
Dort angekommen packte der Osterhase seine Farben und Pinsel aus. Mika, Kleo und Otto begannen die Eier anzumalen. Das war mehr Arbeit als gedacht. Doch nach einiger Zeit hatten sie es geschafft. Alle Eier erstrahlten in bunten Farben: blau, grün, rot, gelb und lila. Und auch die Katzen waren ebenso bunt wie die Eier.
„So, jetzt aber nichts wie los. Wir sind eh schon spät dran mit dem Verstecken. Ich übernehme das Oberdorf, ihr das Unterdorf,“ entschied Otto. Gesagt, getan. Die drei unterschiedlichen Freunde packten die Eier ein und versteckten sie in Blumendorf. Hinter jeden Strauch, unter jedem Busch und im hohen Gras verteilten sie die bunte Farbenpracht.
Erschöpft kamen die beiden Katzen zu guter Letzt zum Hof von Maria und Anton zurück. Als alle Eier versteckt waren legten sie sich ins hohe Gras und warteten auf Otto.
„Na, ihr Faulpelze,“ rief er von weitem mit einem Lachen im Gesicht. „Ende gut, alles gut. Alle Eier sind verteilt. Danke für eure Hilfe. Nächste Jahr dürft ihr mir gerne wieder helfen.“ „Liebend gern, Otto,“ antwortete Kleo erschöpft aber glücklich und zufrieden. Ostern war gerettet. Sie hatten es zusammen geschafft.
Otto hoppelte davon und machte sie auf den Heimweg. In diesem Moment kamen auch schon Katrin und Florian angelaufen und suchten ihre Ostereier – nichtsahnend, dass es Marias Katzen waren die heute zuerst Ostern beinahe ruiniert und dann doch noch gerettet hatten.
Wer nun Lust hat weitere Abenteuer von Mika und Kleo zu lesen, das gleichnamige Kinderbuch „Mika und Kleo – Katzenabenteuer auf dem Pferdehof“ ist ab sofort im deutschen Buchhandel, auf Amazon oder direkt bei Books on Demand erhältlich. Es ist ideal für Kinder ab 3 Jahren geeignet. Begleitet Mika und Kleo auf ihren Abenteuern.

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